Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Solaranlage und Photovoltaik — von allgemeinen Grundlagen und Kosten bis hin zu Installation und langfristiger Nutzung.
Allgemein
Was ist ein Solarteur?
Ein Solarteur ist ein zertifizierter Fachbetrieb bzw. Handwerker, der sich auf die Planung, Installation und Wartung von Solaranlagen (Photovoltaik und Solarthermie) spezialisiert hat. Der Begriff setzt sich aus "Solar" und "Monteur" zusammen. Ein qualifizierter Solarteur berät Sie individuell, dimensioniert Ihre Anlage passend zum Dach und Stromverbrauch und kümmert sich um die fachgerechte Montage sowie die Anmeldung beim Netzbetreiber.
Für wen lohnt sich eine Solaranlage?
Eine Solaranlage lohnt sich für nahezu jeden Eigenheimbesitzer in Deutschland — besonders bei einem jährlichen Stromverbrauch ab 3.000 kWh, einem geeigneten Dach (Süd-, Ost- oder Westausrichtung) und möglichst wenig Verschattung. Auch Mieter können über Balkonkraftwerke profitieren. Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich die Investition. Ein individueller Solarcheck hilft, das Potenzial Ihres Dachs einzuschätzen.
Wie funktioniert Photovoltaik?
Photovoltaik-Module wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Gleichstrom um. Dieser wird von einem Wechselrichter in haushaltsüblichen Wechselstrom (230V) umgewandelt. Den erzeugten Strom können Sie selbst verbrauchen, in einem Batteriespeicher zwischenspeichern oder gegen eine Vergütung ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus erzeugt zwischen 5.000 und 12.000 kWh Strom pro Jahr.
Kann ich mit einer Solaranlage komplett autark werden?
Eine vollständige Autarkie ist theoretisch möglich, aber in der Praxis schwierig und oft unwirtschaftlich. Realistisch erreichen Sie mit einer PV-Anlage ohne Speicher einen Autarkiegrad von 25–40 %. Mit einem Batteriespeicher steigt dieser auf 50–70 %. Für höhere Autarkie sind sehr große Speicher und ggf. eine Kombination mit Wärmepumpe und Elektroauto sinnvoll. Die meisten Haushalte bleiben ans Stromnetz angeschlossen, um Schwankungen auszugleichen.
Kosten
Was kostet eine Solaranlage in Deutschland?
Die Kosten für eine schlüsselfertige PV-Anlage liegen aktuell zwischen 1.200 und 1.800 EUR pro kWp (Kilowatt-Peak) inklusive Montage. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer 10-kWp-Anlage rechnen Sie mit 12.000 bis 18.000 EUR. Mit Batteriespeicher (ca. 5.000–10.000 EUR zusätzlich) liegen die Gesamtkosten bei 17.000 bis 28.000 EUR. Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie — die Preise variieren je nach Region und Solarteur deutlich.
Wie schnell amortisiert sich eine PV-Anlage?
Die Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage liegt in Deutschland typischerweise bei 8 bis 12 Jahren — abhängig von Anlagengröße, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Einspeisevergütung. Bei einer Lebensdauer von 25–30 Jahren erwirtschaftet die Anlage danach noch viele Jahre lang reinen Gewinn. Je höher der Eigenverbrauch und der Strompreis, desto schneller rechnet sich die Investition.
Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung?
Die Einspeisevergütung wird durch das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) geregelt und sinkt schrittweise. Für Anlagen bis 10 kWp liegt sie aktuell bei ca. 8,0 Cent/kWh bei Teileinspeisung. Bei Volleinspeisung erhalten Sie etwas mehr. Da die Vergütung über 20 Jahre garantiert wird, lohnt sich eine zeitnahe Installation. Prüfen Sie die aktuellen Sätze auf der Website der Bundesnetzagentur.
Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?
Für Solaranlagen stehen verschiedene Finanzierungswege zur Verfügung: KfW-Kredite (z. B. Programm 270 "Erneuerbare Energien") mit günstigen Zinsen, regionale Förderprogramme der Bundesländer und Kommunen, Solarkredite spezialisierter Banken sowie Leasing- und Mietmodelle. Seit 2023 entfällt zudem die Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen und Speicher (0 % MwSt.), was die Anschaffungskosten deutlich senkt.
Installation
Wie lange dauert die Installation einer Solaranlage?
Die reine Montage einer PV-Anlage auf dem Dach dauert für ein Einfamilienhaus in der Regel 1 bis 3 Tage. Hinzu kommen die Elektroinstallation und der Anschluss des Wechselrichters (ca. 1 Tag). Die gesamte Projektdauer von der Planung bis zur Inbetriebnahme beträgt jedoch oft 4 bis 12 Wochen — bedingt durch Genehmigungen, Netzanmeldung und Lieferzeiten.
Welche Dachvoraussetzungen gibt es?
Ideal ist ein Dach mit Südausrichtung und einer Neigung von 30–35 Grad, aber auch Ost-West-Dächer und Flachdächer eignen sich gut. Wichtig sind: ausreichende Dachfläche (ca. 5–6 m² pro kWp), guter statischer Zustand der Dachkonstruktion, möglichst wenig Verschattung durch Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude sowie eine Restlebensdauer des Daches von mindestens 20 Jahren. Ihr Solarteur prüft dies bei der Vor-Ort-Besichtigung.
Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Solaranlage?
In den meisten Bundesländern ist die Installation einer Aufdach-Solaranlage genehmigungsfrei, da sie als "bauliche Nebenanlage" gilt. Ausnahmen gibt es bei denkmalgeschützten Gebäuden, in bestimmten Erhaltungssatzungsgebieten oder bei Indach-Anlagen. Für Freiflächenanlagen ist in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich. Ihr Solarteur kennt die lokalen Vorschriften und unterstützt Sie bei der Klärung.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher erhöht Ihren Eigenverbrauch von ca. 30 % auf bis zu 70 % und macht Sie unabhängiger vom Stromnetz. Wirtschaftlich lohnt sich ein Speicher besonders bei hohen Strompreisen, niedrigem Eigenverbrauch tagsüber (z. B. bei Berufstätigen) und in Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem E-Auto. Die Kosten liegen bei ca. 500–1.000 EUR pro kWh Speicherkapazität. Bei richtiger Dimensionierung kann sich der Speicher innerhalb von 10–15 Jahren amortisieren.
Nach der Installation
Wie warte ich meine Solaranlage?
Solaranlagen sind weitgehend wartungsarm. Empfohlen wird eine jährliche Sichtprüfung der Module, Kabel und des Wechselrichters. Alle 4–5 Jahre sollte ein Fachbetrieb eine professionelle Wartung durchführen, bei der auch die elektrischen Verbindungen und die Unterkonstruktion geprüft werden. Eine Reinigung der Module ist in der Regel nur nötig, wenn starke Verschmutzungen (z. B. durch Laub, Vogelkot oder Pollen) den Ertrag merklich mindern.
Wie überwache ich den Ertrag meiner Solaranlage?
Die meisten modernen Wechselrichter bieten ein integriertes Monitoring-System mit App oder Webportal. Dort sehen Sie in Echtzeit die aktuelle Leistung, den Tages-, Monats- und Jahresertrag sowie eventuelle Fehlermeldungen. Bekannte Monitoring-Lösungen sind z. B. SMA Sunny Portal, Fronius Solar.web oder SolarEdge Monitoring. So erkennen Sie Ertragseinbußen frühzeitig und können schnell reagieren.
Welche Garantie gibt es auf eine Solaranlage?
Solarmodule haben in der Regel eine Produktgarantie von 10–15 Jahren und eine Leistungsgarantie von 25–30 Jahren (mind. 80 % der Nennleistung). Wechselrichter werden meist mit 5–10 Jahren Garantie geliefert, Verlängerungen auf 15–20 Jahre sind möglich. Batteriespeicher bieten typischerweise 10 Jahre Garantie. Achten Sie bei der Solarteur-Wahl auf Hersteller mit solider Garantie und einen Installateur, der auch langfristig als Ansprechpartner verfügbar ist.
Wie viel Strom spart eine Solaranlage?
Eine typische 10-kWp-Anlage in Deutschland erzeugt ca. 9.000–10.000 kWh Strom pro Jahr. Davon können Sie — je nach Eigenverbrauchsanteil — 30–70 % selbst nutzen. Bei einem Strompreis von 35 Cent/kWh sparen Sie so 1.000–2.500 EUR pro Jahr an Stromkosten. Über die gesamte Lebensdauer von 25–30 Jahren ergibt sich eine Gesamtersparnis von 25.000–60.000 EUR — nach Abzug der Anschaffungskosten ein deutlicher Gewinn.