Solaranlage mit Speicher: Der komplette Ratgeber
Ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauchsanteil Ihres Solarstroms deutlich erhöhen. Statt überschüssigen Strom tagsüber ins Netz einzuspeisen, speichern Sie ihn und nutzen ihn abends und nachts. Aber lohnt sich das finanziell? In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige.
Wie funktioniert ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher wird zwischen Wechselrichter und Hausnetz installiert. Er funktioniert nach einem einfachen Prinzip:
- Tagsüber erzeugt Ihre Solaranlage mehr Strom, als Sie verbrauchen
- Der Überschuss wird im Batteriespeicher gespeichert
- Abends und nachts wird der gespeicherte Strom genutzt
- Erst wenn der Speicher leer ist, wird Netzstrom bezogen
Kosten eines Batteriespeichers
Die Kosten hängen von Kapazität, Technologie und Hersteller ab:
| Kapazität | Kosten | Preis pro kWh |
|---|---|---|
| 5 kWh | 3.500–5.500 EUR | 700–1.100 EUR/kWh |
| 10 kWh | 7.000–10.000 EUR | 700–1.000 EUR/kWh |
| 15 kWh | 10.000–14.000 EUR | 670–930 EUR/kWh |
Die Preise für Batteriespeicher sind in den letzten Jahren deutlich gesunken und werden voraussichtlich weiter fallen.
Wie groß sollte der Speicher sein?
Eine Faustregel: Der Speicher sollte etwa 1 kWh pro kWp Anlagenleistung haben. Für eine typische 10-kWp-Anlage empfiehlt sich ein Speicher mit 8–12 kWh.
Weitere Faktoren:
- Stromverbrauch — je höher der Abendverbrauch, desto größer der Speicher
- Haushaltsgröße — ein 4-Personen-Haushalt braucht mehr als ein 2-Personen-Haushalt
- E-Auto — wenn Sie abends laden, brauchen Sie einen größeren Speicher
- Wärmepumpe — erhöht den sinnvollen Speicherbedarf
Eigenverbrauch mit und ohne Speicher
| Konfiguration | Eigenverbrauchsanteil | Autarkiegrad |
|---|---|---|
| PV ohne Speicher | 25–35 % | 25–35 % |
| PV mit Speicher | 60–80 % | 50–70 % |
| PV + Speicher + Wärmepumpe | 40–60 % | 60–80 % |
Lohnt sich ein Speicher wirtschaftlich?
Eine ehrliche Antwort: Die reine Wirtschaftlichkeit eines Speichers ist knapper als die der Solaranlage selbst. Die Amortisation dauert aktuell 10 bis 15 Jahre — abhängig von:
- Den Speicherkosten
- Dem Strompreis (je höher, desto schneller amortisiert sich der Speicher)
- Ihrem Verbrauchsverhalten
- Der Anzahl der Lade-/Entladezyklen
Trotzdem sprechen gute Gründe für einen Speicher:
- Unabhängigkeit vom Stromnetz und steigenden Strompreisen
- Notstromfähigkeit — einige Speicher können bei Stromausfall das Haus versorgen
- Zukunftssicherheit — mit E-Auto und Wärmepumpe steigt der Wert des Speichers
- Komfort — maximaler Eigenverbrauch ohne manuelles Lastmanagement
Technologien: Lithium-Ionen vs. Alternativen
Die meisten Hausspeicher nutzen Lithium-Eisenphosphat (LFP) Technologie:
- Lebensdauer: 6.000–10.000 Ladezyklen
- Sicherheit: Sehr hohe Sicherheitsstandards
- Wirkungsgrad: 90–95 %
- Garantie: Typisch 10 Jahre
Tipps für den Speicherkauf
- Speicher und PV-Anlage zusammen planen — das spart Installationskosten
- Nicht zu groß dimensionieren — ein überdimensionierter Speicher lohnt sich selten
- Auf die Garantie achten — mindestens 10 Jahre oder 80 % Restkapazität
- Notstromfunktion prüfen — nicht jeder Speicher bietet das
- Solarteur beraten lassen — ein erfahrener Fachbetrieb findet die optimale Größe
Fazit
Ein Batteriespeicher erhöht Ihre Unabhängigkeit und den Eigenverbrauchsanteil deutlich. Ob er sich finanziell rechnet, hängt von vielen Faktoren ab. Lassen Sie sich von einem Solarteur in Ihrer Nähe individuell beraten und nutzen Sie unseren Solarrechner für eine erste Kostenschätzung.