Solaranlage anmelden: Was Sie wissen müssen
Die Installation einer Solaranlage erfordert einige bürokratische Schritte. Die gute Nachricht: Ein erfahrener Solarteur übernimmt die meisten dieser Aufgaben für Sie. Trotzdem ist es hilfreich zu wissen, welche Anmeldungen und Genehmigungen nötig sind.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
In den meisten Fällen nein. Aufdach-Solaranlagen auf Wohngebäuden sind in allen Bundesländern genehmigungsfrei. Ausnahmen gelten für:
- Denkmalgeschützte Gebäude — hier ist eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde nötig
- Freiflächenanlagen — benötigen einen Bebauungsplan
- Fassadenanlagen — können genehmigungspflichtig sein
- Gebiete mit Gestaltungssatzung — manche Kommunen haben besondere Auflagen
Im Zweifelsfall informiert Sie Ihr Solarteur über die lokalen Bestimmungen.
Anmeldung beim Netzbetreiber
Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist Pflicht und erfolgt in zwei Schritten:
1. Netzanschlussbegehren (vor der Installation)
- Anmeldung der geplanten Anlage beim zuständigen Netzbetreiber
- Der Netzbetreiber prüft, ob das Netz die Einspeisung aufnehmen kann
- Bei Anlagen bis 30 kWp: vereinfachtes Verfahren
- Bearbeitungszeit: 2–8 Wochen
2. Fertigmeldung (nach der Installation)
- Meldung, dass die Anlage installiert und betriebsbereit ist
- Der Netzbetreiber tauscht ggf. den Stromzähler (Zweirichtungszähler)
- Inbetriebsetzung durch den Netzbetreiber
Tipp: Ihr Solarteur übernimmt in der Regel die gesamte Kommunikation mit dem Netzbetreiber.
Marktstammdatenregister (MaStR)
Die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen.
Was Sie registrieren müssen:
- Standort der Anlage
- Leistung (kWp)
- Inbetriebnahmedatum
- Wechselrichtertyp
- Ggf. Batteriespeicher
Die Registrierung erfolgt online unter mastr.bundesnetzagentur.de. Ohne Registrierung erhalten Sie keine Einspeisevergütung.
Finanzamt
Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp steuerlich stark vereinfacht:
- Keine Einkommensteuer auf Einnahmen aus der PV-Anlage
- Keine Umsatzsteuer auf Kauf und Installation (0 % Mehrwertsteuer)
- Keine Gewerbeanmeldung nötig
- Keine EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) mehr nötig
Diese Regelungen gelten für Anlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden mit einer Leistung bis 30 kWp.
Versicherung
Eine Photovoltaikversicherung ist empfehlenswert. Oft können Sie Ihre Anlage über folgende Wege versichern:
- Wohngebäudeversicherung — viele Versicherer bieten einen PV-Baustein an
- Separate PV-Versicherung — umfassender Schutz inkl. Ertragsausfall
- Betreiberhaftpflicht — oft in der Privathaftpflicht enthalten
Typische Kosten: 50–150 EUR pro Jahr.
Zeitlicher Ablauf: Von der Planung bis zur Einspeisung
| Schritt | Zeitrahmen |
|---|---|
| Angebote einholen und vergleichen | 1–2 Wochen |
| Auftrag erteilen | — |
| Netzanschlussbegehren stellen | 2–8 Wochen |
| Materialbeschaffung | 2–4 Wochen |
| Installation | 1–3 Tage |
| Fertigmeldung an Netzbetreiber | 1–4 Wochen |
| Zählertausch | 1–4 Wochen |
| MaStR-Registrierung | 1 Tag |
| Gesamt | 6–16 Wochen |
Checkliste: Alle Schritte auf einen Blick
- Angebote von Solarteur-Betrieben einholen und vergleichen
- Ggf. KfW-Kredit beantragen (vor Auftragsvergabe)
- Auftrag erteilen
- Solarteur stellt Netzanschlussbegehren
- Installation der Anlage
- Fertigmeldung durch den Solarteur
- Zählertausch durch den Netzbetreiber
- Registrierung im Marktstammdatenregister
- Ggf. Versicherung abschließen
Fazit
Die Bürokratie rund um eine Solaranlage ist überschaubarer, als viele denken. Ein erfahrener Solarteur nimmt Ihnen die meisten Aufgaben ab und sorgt dafür, dass alles korrekt angemeldet wird. Finden Sie den passenden Fachbetrieb auf Solarteur-Vergleich.de.