Eignet sich Ihr Dach für eine Solaranlage?
Nicht jedes Dach ist gleich gut für eine Solaranlage geeignet — aber die gute Nachricht ist: Die meisten Dächer in Deutschland eignen sich hervorragend für Photovoltaik. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Faktoren den Ertrag beeinflussen und ob Ihr Dach geeignet ist.
Dachausrichtung: Welche Himmelsrichtung ist optimal?
Die Ausrichtung des Dachs hat den größten Einfluss auf den Solarertrag:
| Ausrichtung | Ertrag (relativ) | Bewertung |
|---|---|---|
| Süd | 100 % | Optimal |
| Südost / Südwest | 90–95 % | Sehr gut |
| Ost / West | 80–85 % | Gut |
| Ost-West (beide) | 85–90 % | Sehr gut (gleichmäßiger Ertrag) |
| Nord | 55–65 % | Meist nicht empfehlenswert |
Tipp: Eine Ost-West-Ausrichtung kann sogar vorteilhaft sein, da sie einen gleichmäßigeren Ertrag über den Tag liefert und besser zum typischen Verbrauchsprofil passt.
Dachneigung: Der ideale Winkel
Die optimale Dachneigung für PV in Deutschland liegt bei 30–35 Grad. Aber auch andere Neigungen funktionieren gut:
- 0–15 Grad (Flachdach): Aufständerung nötig, gute Erträge möglich
- 20–40 Grad: Idealer Bereich
- 40–60 Grad: Leicht reduzierter Ertrag, aber im Winter besser
- Über 60 Grad: Reduzierter Ertrag, Fassadenanlagen möglich
Dachtypen und ihre Eignung
Satteldach
Das klassische Satteldach eignet sich hervorragend für PV. Module werden direkt auf die Dachziegel montiert (Aufdach-Montage). Vorteil: keine zusätzliche Aufständerung nötig.
Flachdach
Auf einem Flachdach werden Module mit speziellen Halterungen aufgeständert. Die Neigung und Ausrichtung können optimal gewählt werden. Nachteil: Reihenabstand nötig, um Verschattung zu vermeiden.
Pultdach
Ein Pultdach mit Südausrichtung ist ideal für Solar — die gesamte Dachfläche kann genutzt werden. Bei Nordausrichtung ist es weniger geeignet.
Walmdach
Ein Walmdach bietet mehrere Dachflächen. Meist werden die süd-, ost- und westgerichteten Flächen belegt. Die nutzbare Fläche ist etwas kleiner als beim Satteldach.
Dachmaterial
Solaranlagen lassen sich auf fast allen Dachmaterialien montieren:
- Ziegel (Ton/Beton): Standard, einfache Montage
- Schiefer: Möglich, aber spezielle Befestigung nötig
- Metall/Trapezblech: Gut geeignet, einfache Montage mit Klemmen
- Bitumen/Folie (Flachdach): Aufständerung mit Ballastierung
- Reet/Stroh: Nicht geeignet (Brandschutz)
Statik: Trägt mein Dach eine Solaranlage?
Eine Solaranlage wiegt etwa 12–15 kg pro Quadratmeter (Module + Montagesystem). Die meisten Dächer sind dafür ausgelegt. Bei älteren Gebäuden oder bei Zweifeln sollte ein Statiker die Tragfähigkeit prüfen.
Bei Flachdächern mit Ballastierung (ohne Dachdurchdringung) kann das Gewicht auf 20–25 kg/m² steigen.
Verschattung: Der Ertragskiller
Verschattung reduziert den Ertrag erheblich. Prüfen Sie:
- Bäume: Werfen sie Schatten aufs Dach? Können sie beschnitten werden?
- Nachbargebäude: Gibt es hohe Gebäude in Südrichtung?
- Dachaufbauten: Schornsteine, Antennen, Gauben
- Zukünftige Bebauung: Kann im Süden noch gebaut werden?
Moderne Technik hilft: Moduloptimierer und Mikrowechselrichter minimieren den Einfluss von Teilverschattung.
Dachfläche: Wie viel Platz brauche ich?
Für 1 kWp Anlagenleistung benötigen Sie ca. 5–6 m² Dachfläche. Für typische Anlagengrößen:
| Anlagengröße | Benötigte Dachfläche |
|---|---|
| 5 kWp | 25–30 m² |
| 10 kWp | 50–60 m² |
| 15 kWp | 75–90 m² |
Dachzustand und Alter
Das Dach sollte noch mindestens 20 Jahre halten, bevor Sie eine Solaranlage installieren. Wenn eine Dachsanierung in den nächsten Jahren ansteht, lohnt es sich, beides zusammen zu planen. So sparen Sie die doppelten Gerüstkosten.
Nächste Schritte
- Prüfen Sie die Grundvoraussetzungen Ihres Dachs anhand dieser Checkliste
- Nutzen Sie unseren Solarrechner für eine erste Kostenschätzung
- Kontaktieren Sie einen Solarteur in Ihrer Nähe für eine professionelle Vor-Ort-Begehung
Ein erfahrener Solarteur kann mit Drohnenaufnahmen und Simulationssoftware genau berechnen, welcher Ertrag auf Ihrem Dach möglich ist. Finden Sie den passenden Fachbetrieb auf Solarteur-Vergleich.de.